20.09.2012 / Inland / Seite 5

LAN-Party für Verlierer

Innenminister Friedrich nimmt Rechtsextremismus-Datei in Betrieb. Vernetzung von 36 Behörden soll Erkenntnisse über »gewaltbezogene« Neonazis bündeln

Sebastian Carlens
Gegen die mutmaßlichen Mitglieder des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) wurde seit 1998 wegen eines Sprengstoffdelikts gefahndet – bei der Durchsuchung einer von der Gruppe genutzten Garage war mehr als ein Kilogramm TNT gefunden worden. Im Jahr 2004 explodierte in der Kölner Keupstraße eine ferngesteuerte Nagelbombe; etliche Menschen wurden verletzt. Die damals ermittelnden Beamten wußten nicht, daß drei Neonazis aus Thüringen, die mit Explosivstoffen hantiert hatten, seit Jahren in den Untergrund abgetaucht waren – möglicherweise hätten sie ihnen jedoch auf die Spur kommen können, wenn ein Abgleich mit einschlägig auffällig gewordenen Verdächtigen durchgeführt worden wäre. Dies hätte womöglich mehrere Morde verhindern können. Genau das soll nun die neue »Rechtsextremismus-Datei« (RED) leisten, die am Mittwoch im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum des Bundes und der Länder in Berlin von Bundes­innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) per Mausklick in Betrieb geno...

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