19.09.2012 / Feuilleton / Seite 12

In der Tiefe, unaufmerksam

Es geht um Kohle, und das ist nicht so aufregend: Die »Manifesta 9« im belgischen Genk

An Paenhuysen
Die Manifesta, die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst, wandert jedes mal aufs neue durch die Alte Welt. Die neunte Ausgabe ist gegenwärtig im belgischen Genk zu sehen. Den ortsbezogenen Ansatz merkt man sogleich beim Betreten. Man riecht das Aroma knusprig gebackener Fritten. Der Geruch zieht aus der Cafeteria herüber.

Cuauhtémoc Medina, Hauptkurator der Manifesta 9, ließ sich jedoch nicht von derartigen belgischen Delikatessen ablenken. Das Motto lautet »Deep of Modernism«. Eine solche »Tiefe der Moderne« wird tatsächlich unterirdisch verortet: Untersucht werden die Auswirkungen der Kohleförderung auf die Entwicklung der modernen Kultur und Gesellschaft. »Deep of Modernism« findet in einem imposanten Art-Déco-Gebäude des ehemaligen Kohlenminenkomplexes Waterschei statt. Um 1900 wurden in Limburg Kohlenvorräte entdeckt, und bis in die 1960er Jahre florierte das Geschäft.

Cuauhtémoc Medina hat, in Zusammenarbeit mit den Co-Kuratoren Dawn Ades...



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