18.09.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Politisch motivierte Tätersuche

Wer hat den US-Botschafter in Bengasi getötet: libysche oder ausländische Gotteskrieger?

Rainer Rupp
Um den Tod des US-Botschafters Christopher Stevens im libyschen Bengasi am Dienstag vergangener Woche hat die Legendenbildung begonnen. Einen Tag nach dem Sturm auf das Konsulat sprachen Me­dien in den Vereinigten Staaten vom »Erstaunen« der US-Sicherheitsbeamten »über die Komplexität des Angriffs«. Die Angreifer – mutmaßlich islamistische Gotteskrieger mit Verbindung zu Al-Qaida – seien »gut bewaffnet und scheinbar gut informiert« gewesen. Mittlerweile ist von der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, eine ganz andere Story in Umlauf gesetzt worden. Demnach sei der Sturm auf das Konsulat »spontan« gewesen. Die Angreifer hatten versucht, das, was in Kairo passiert sei, zu wiederholen. Das ist seltsam, denn in der ägyptischen Hauptstadt gab es keine schwerbewaffneten Angreifer, nur einige Protestierer hatten die Fassade der US-Botschaft erklettert und die Flagge abgerissen – statt wie in Bengasi das ganze Gebäude nieder...

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