18.09.2012 / Ausland / Seite 6

Wenn die Fakten stören

China-bashing und japanischer Geschichtsrevisionismus

Ingo Nentwig, Peking
Die bürgerliche Presse hat offenbar mal wieder ein Thema gefunden, ihr rituelles »China-bashing« auszutoben: Chinesische Nationalisten terrorisieren mit Krawall japanische Einrichtungen und Bürger in China, und die chinesische Regierung provoziert mit ihrem frechen Anspruch auf die Diaoyu-Inseln (japanisch: Senkaku-Inseln) das arme kleine Japan. Was bleibt von dieser einseitigen Sichtweise übrig, wenn man einen Blick auf die Fakten wirft?

Japan hat die chinesischen Diaoyu-Inseln im ersten japanisch-chinesischen Krieg 1894 erobert und im erzwungenen Friedensvertrag von Shimonoseki 1895 zusammen mit Taiwan und den Penghu-Inseln unter seine Kolonialherrschaft genommen. Mit der Kairoer Erklärung der Allierten (27. November 1943) und schließlich mit der Potsdamer Erklärung (26. Juli 1945) wurde festgelegt, daß Japan nach seiner Kapitulation alle Gebiete, die es sich seit dem japanisch-chinesischen Krieg widerrechtlich angeeignet hatte, an China zurückzugeben ...

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