18.09.2012 / Ausland / Seite 6

Gasgranaten auf Kinder

Türkische Polizei unterdrückt Proteste gegen Bildungsreform. Regierung will Kurdisch als Wahlfach einführen. Buchstaben X, Q und W bleiben verboten

Nick Brauns, Sirnak
Mit Gasgranaten und Wasserwerfern löste die türkische Polizei am Montag in mehreren kurdischen Städten Demonstrationen für das Recht auf muttersprachlichen Unterricht auf. Offiziell kann die kurdische Sprache in ihren beiden Hauptdialekten Curmanci und Zazaki im jetzt begonnenen neuen Schuljahr als Wahlfach ab der Mittelstufe belegt werden. Doch während Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan von der islamisch-konservativen AK-Partei von einem »historischen Schritt« sprach, ist es für viele Kurden schlicht eine Beleidigung, ihre Muttersprache als Wahlfach erlernen zu sollen.

»Der Ministerpräsident und seine Minister können gerne Kurdisch als Wahlfach belegen. Das würde uns freuen«, erklärte die Vorsitzende der im Parlament vertretenen Partei für Frieden und Demokratie BDP, Gültan Kisanak. »Aber die Kurden wollen ihre Sprache.« Die BDP ruft nun zum Boykott des Kurdischunterrichts auf. Als Augenwischerei bezeichnet auch eine Mitarbeiterin des kurdischen Spr...

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