18.09.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Neuer Anlauf in Delhi

Indische Regierung will Einzelhandelssektor für ausländische Konzerne öffnen. Gegner befürchten ökonomisches Desaster und formieren sich

Thomas Berger
Mamata Banerjee hat der Zentralregierung ein Ultimatum gestellt: 72 Stunden gab sie am Sonntag Indiens Premierminister Manmohan Singh, eine Kabinetts­entscheidung zur Öffnung des Einzelhandelssektors zurückzunehmen. Die Chefministerin des Unionsstaates Westbengalen gehört zu den einflußreichsten Politikern Indiens. Komme der Premier der Forderung nicht nach, werde sich ihre Partei Trinamool Congress (TMC), eine frühere Abspaltung der die Regierungskoalition anführenden Kongreßpartei (INC), aus der Allianz zurückziehen. Dies ist keine leere Drohung. Der TMC ist einer der Schlüsselverbündeten des INC und keinesfalls der einzige Partner, der mit dem gegenwärtigen Regierungskurs unzufrieden ist. Kongreßpartei und Premier, ohnehin im Stimmungstief, sind in den zurückliegenden Tagen abermals verstärkt auf neoliberalen Kurs in der Wirtschaftspolitik gegangen. Das hat landesweit für Verärgerung gesorgt. So kam es in einigen großen Städten und auch in ländlichen Regionen zu wütenden Protesten...

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