18.09.2012 / Feuilleton / Seite 12

Wie eine Seifenblase

Historische Spurensuche auf den Hund gekommen: »Bittere Kirschen« von Didi Danquart

Sabine Lueken
Am Ende der Spielzeit wird die Schauspielerin Lena abserviert, ihr Typ sei nicht mehr gefragt, sie habe für die die Zuschauer »keinen Wiedererkennungswert«. Noch im Büro des Intendanten bekommt sie einen Anruf von Ludwig, ihrer Jugendliebe, die Mutter sei gestorben. Sie fährt in die heimatliche Provinz und quartiert sich bei dem kauzigen Rentner Deichmann ein, einem alten Freund der Mutter. Angeregt durch ein Gastspiel der heimischen Fußballmannschaft in Polen, beschließt sie, auch dorthin zu fahren. »In Polen hat alles angefangen«, sagte ihre Mutter immer. Zwischendurch lehnt sie noch einen Heiratsantrag Ludwigs ab. Und dann kommt die deutsche Vergangenheit ins Spiel: Juden, Nazis, »die Lager«. Denn Lena fährt nach Auschwitz. In »Bitte Kirschen«, dem neuen Film von Didi Danquart, geht es um große Themen: Verdrängte Erinnerung, Wahrheit und Wirklichkeit, unerfüllte Liebe, Einsamkeit, Gott, Tod. Vorlage ist »Lenas Liebe«, ein Roman von Judith Kuckart (2002). »Was gibt’s in Ausc...

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