18.09.2012 / Feuilleton / Seite 13

Dramatik ist alles

Russische Seele im Doppelpack: »Fürst Igor« und »Nijinsky-Epilog« in der Hamburgischen Staatsoper

Gisela Sonnenburg  
Ein Kapitän auf hoher See sprach jüngst in eine deutsche Kamera: »Wir Russen können alles!« In Hamburg wurde das erhört. Zum Spielzeitauftakt widmet die Hamburgische Staatsoper gleich zwei Abende der sogenannten russischen Seele. »Fürst Igor« heißt das Schmuckstück, das Opernintendantin Simone Young von David Pountney inszenieren ließ. 1890 wurde die Oper von Alexander Borodin, im russischen Mittelalter spielend, vollendet: Die Komponisten Nikolai Rimsky-Korsakow und Alexander Glasunow machten das Werk des verstorbenen Freundes aufführungsfertig. David Lloyd-Jones und Dmitri Smirnov ergänzten es nochmals. Borodin (1833–1887) war Chemiker und Mediziner, nur nebenbei Komponist. Aber seine Oper ist bis heute geschätzt.

Es geht um Krieg und Frieden. Fürst Igor (männlich: Andrzej Dobber) zieht gegen brandschatzende Polowetzer Reiter ins Feld. Er wird gefangen und dann einer von ihnen. Manches gleicht Verwüstungen der Globalisierung: Städte werden zerstö...

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