15.09.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Graf Lambsdorff lebt

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise
Es ist ein wenig spät, um jenes sagenhafte Papier des Grafen Lambsdorff zu würdigen. Der Wirtschaftsminister in der damaligen Regierung Helmut Schmidt der Bonner Republik hat dieses Pamphlet bereits am 9. September 1982, also vor gut dreißig Jahren, der Öffentlichkeit überreicht. Für all jene, die damals noch zu jung waren oder deren Lebensmittelpunkt sich in einer östlicher gelegenen Republik befand, ein paar Worte zur scheinbaren oder tatsächlichen Bedeutung dieses Schriftstücks.

Otto Graf Lambsdorff gab damals das letzte Signal, um die Regierung auszuwechseln. Tatsächlich kam nur drei Wochen nach der Veröffentlichung des Papiers ein neuer Regierungschef ans Ruder, statt des Sozialdemokraten Schmidt der Christdemokrat Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt. Inhaltlich gab der Text die Notwendigkeit eines Regierungswechsels nicht her. Er faßt vielmehr die einfachen Grundsätze oder besser Forderungen zusammen, die wir uns heute angewöhnt haben, als neolib...

Artikel-Länge: 3048 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe