15.09.2012 / Aktion / Seite 16

Mit der Zeit gehen

Handelt es sich bei Protestbewegungen, die noch Modetrends beeinflussen, aber Eigentumsverhältnisse nicht in Frage stellen, noch um Gegenkultur?

Dietmar Koschmieder
Mainstreamkultur ist immer Kultur der Herrschenden und damit auch wichtiges Herrschaftsinstrument. Zu ihr in Widerspruch stehende kulturelle Bewegung und Ausdrucksform wird Gegenkultur genannt. Zwar ist damit oft eine systemkritische Haltung verbunden, wo diese aber nicht auf Dauer mit einer klassenbewußten Analyse und Strategie verbunden wird, verläuft sie im Sande, bleibt zahnlos oder wird gar in die Herrschaftskultur integriert. Vor einem Jahr entstand die Occupy-Bewegung, nach deren Selbstverständnis »soziale Ungleichheiten, Spekulationsgeschäfte von Banken und der Einfluß der Wirtschaft auf die Politik bekämpft werden sollen«, ohne Hierarchien oder Anführer (Wikipedia). Diese Woche wurde deren Camp im Frankfurter Bankenzentrum aufgelöst, die mittlerweile in die Kasseler Documenta integrierte Zeltstadt der Occupisten darf aber bleiben: Wo Gegenkultur stört, wird sie abgeräumt, wo sie vermarktbar ist, findet sie Eingang i...

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