14.09.2012 / Ausland / Seite 2

»Die EU hat diese Todesgrenze mitfinanziert«

Folter, Prügel, Tod: Das erwartet Flüchtlinge, die Spanien nach Marokko abschiebt. Ein Gespräch mit José Palazón Osma

Carmela Negrete
José Palazón Osma ist Vorsitzender der spanischen Vereinigung für die Rechte der Kinder (PRODEIN), die 2007 von der deutschen Flüchtlingshilfeorganisation Pro Asyl mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet wurde.

Im vergangenen Monaten haben einige hundert Flüchtlinge versucht, von Marokko aus den Zaun zur spanischen Enklave Melilla zu durchbrechen. Was ist dort geschehen?

Es waren etwa 300 Flüchtlinge, die entdeckt hatten, daß ein Abschnitt dieser Grenzanlage weder von der spanischen Guardia Civil noch vom marokkanischen Heer bewacht war. Rund 200 gelang es, die Grenze nach Melilla zu überschreiten, bevor die Sicherheitskräfte es bemerkten. Anwohner erzählten, daß sie Flüchtlinge sahen, die sich blutüberströmt zur Stadt schleppten – sie hatten sich sich die Haut am Stacheldraht des Grenzzauns in Fetzen gerissen. Viele wurden festgenommen und sofort zurück auf die marokkanische Seite gebracht, wo sie den Prügeleien der Soldaten ausgesetzt waren. Das...

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