11.09.2012 / Titel / Seite 1

Leere im Portemonnaie

Uli Schwemin
Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet gegenwärtig nur für einen Niedriglohn. Das hat das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitgeteilt. Konkret heißt das, 20,6 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit zehn oder mehr Mitarbeitern erhalten eine Vergütung von weniger als 10,36 Euro pro Stunde. Als Niedriglohn gilt den Statistikern ein Verdienst, der kleiner ist als zwei Drittel des Durchschnittseinkommens im Lande. Empfänger dieser Niedriglöhne sind vor allem Taxifahrer, Friseure, Kellner, Wäschereimitarbeiter und Kinopersonal. In diesen Branchen herrschen Teilzeitarbeit von bis zu 20 Wochenstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und Minijobs vor. Die Statistiker nennen diese Formen des Verkaufs der Ware Arbeitskraft verniedlichend »atypische Beschäftigung«. In Wirklichkeit sind solche Arbeitsverhältnisse nicht atypisch, sondern auf dem Vormarsch. Sie sind in Deutschland im Begriff, typisch zu werden. So ist nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes s...

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