10.09.2012 / Thema / Seite 10

Überproduktion und Finanzblasen

Vorabdruck. Zum Charakter der aktuellen Weltwirtschaftskrise – Teil I: Das neoliberale Modell der Kapitalakkumulation

Lucas Zeise
Die Krise nimmt kein Ende. Mit ihrer Dauer wächst die Ratlosigkeit derjenigen, die meinen, sie auf kapitalkonforme Art und Weise »lösen« zu können, was schon deshalb mißlingen muß, weil die gängigen Erklärungsansätze zu kurz greifen: Der Crash ab 2007 erscheint in der Perspektive der Herrschenden und ihrer Ideologen als Betriebsunfall, die Euro-Krise als Ergebnis der finanzpolitischen Schludrigkeit von Peripheriestaaten.

Lucas Zeise, Finanzjournalist und Kolumnist für die junge Welt, legt nun im Kölner PapyRossa Verlag mit seinem neuen Buch »Euroland wird abgebrannt. Profiteure, Opfer, Alternativen« einen umfassenden Erklärungsansatz für die aktuelle Finanz- und Weltwirtschaftskrise vor, der nicht bei solchen Oberflächlichkeiten stehenbleibt, sondern auf die prinzipiellen Gründe des ökonomischen Einbruchs zielt: Überakkumulation, Überproduktion, Verselbständigung des Finanzsektors.

jW veröffentlicht das erste Kapitel des Buchs in zwei Teilen vorab.

Im Sommer 2012 wurde die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise fünf Jahre alt. Allein diese Dauer läßt sie zu einer historischen Zäsur in der Entwicklung des Kapitalismus werden. »Normale« Konjunkturkrisen dauern fünf Quartale. In diese Weltwirtschaftskrise sind Episoden der Erholung und des erneuten Abschwungs eingebettet. Die Krise gilt dann, wie zum Beispiel 2010 und 2011 in Deutschland, in der öffentlichen Wahrnehmung als beendet, wenn es vorübergehend wieder aufwärts geht. Wenn dann, wie im zweiten Halbjahr 2011 die Banken ...
jW veröffentlicht das erste Kapitel des Buchs in zwei Teilen vorab.

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