05.09.2012 / Antifa / Seite 15

Als Zeitbomben stigmatisiert

Das Bundesinnenministerium bleibt jeden Beweis für eine massenhafte Radikalisierung junger Muslime schuldig, die es mit der Plakatkampagne »Vermißt« suggeriert

Ulla Jelpke
Mit der Plakatkampagne »Vermißt« präsentiert das Bundesinnenministerium auf fiktiven Steckbriefen junge Männer zumeist migrantischer Herkunft im Stile flüchtiger Verbrecher. Ein Text unter dem Bild eines freundlich schauenden Jugendlichen lautet: »Das ist unser Sohn Ahmad. Wir vermissen ihn, denn wir erkennen ihn nicht mehr. Er zieht sich immer mehr zurück und wird mit jeden Tag radikaler. Wir haben Angst, ihn ganz zu verlieren – an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen.« Offiziell soll die Kampagne für die »Beratungsstelle Radikalisierung« beim Bundesamt für Flüchtlinge und Migration werben. Dort sollen sich Angehörige oder Freunde melden, wenn jemand aus ihrem Umfeld in den islamischem Fundamentalismus abgleitet. Bei muslimischen Dachverbänden stößt diese 300000 Euro teure Werbekampagne in Deutsch, Türkisch und Arabisch auf massive Kritik. Der Zentralrat der Muslime, der mit der türkischen Regierung verbundene Moscheenverband DITIB, der Verband de...

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