04.09.2012 / Feuilleton / Seite 12

Das Haus des Wärters

Notizen von der documenta (11): Willie Dohertys Märchenwald

Jürgen Schneider
Der 1959 im nordirischen Derry geborene Foto- und Videokünstler Willie Doherty hat in seinem Werk zunächst die dortige politische Situation sowie deren ideologisierte mediale Darstellung hinterfragt. Immer wieder geriet die entlang konfessioneller Linien beanspruchte Landschaft dabei in seinen Blick. Doherty bezeichnet sich als »altmodischen Landschaftskünstler«, der »in der zeitgenössischen Erfahrung eingelagerte, unterdrückte oder versteckte Geschichten« spezifischer Orte freilegt. Die in Berlin entstandene Schwarzweiß-Fotoserie »Extracts from a File« (2000) war die erste Arbeit, die sich weniger direkt auf seine Erfahrungen in Nordirland bezog. Doherty hat seine Referenzen längst erweitert und hält es zunehmend für irrelevant, »ob der Betrachter über ein Vorwissen hinsichtlich meiner Praxis oder des historischen beziehungsweise politischen Gehalts des Entstehungsortes verfügt«.

Für die documenta hat er an der Fulda, in dem als Schauplatz von Sagen und...

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