03.09.2012 / Feuilleton / Seite 13

»Jeden Tag Performance«

Fluxus wird 50 und stellt aus. Ein Gespräch mit dem Künstler Benjamin Patterson

Sabine Matthes
Der Künstler Benjamin Patterson, Jahrgang 1934 ist einer der Mitgründer der Fluxus-Bewegung. Er hat gegenwärtig in Wiesbaden eine Retrospektive und sagt: »Fluxus ist wie ein großes Schiff, mit dem man einen schönen Ausflug macht.«

Vor 50 Jahren kratzten Unbekannte »Die Irren sind los« in ein Werbeplakat, als im Städtischen Museum Wiesbaden die Fluxus-Festspiele Neuester Musik vom 1. bis 23. September 1962 stattfanden. Es waren die ersten Fluxus-Performances. George Maciunas, Dick Higgins, Wolf Vostell, Ben Patterson und Emmett Williams gaben eine eigenwillige Interpretation von Phil Corners »Piano Activities«. Das Piano, edelstes Pferd im Arsenal der etablierten Hochkultur, wurde in einem anarchischen Gemetzel lustvoll durchgesägt und abgeschlachtet. Nam June Paik begoß sich mit einem Eimer Wasser und Alison Knowles rasierte Dick Higgins den Schädel, auf dem er sich rohe Eier aufschlug. Ben Patterson malträtierte seinen Kontrabaß, der aufgepumpt und abges...

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