01.09.2012 / Feuilleton / Seite 12

»Du wirst es bereuen«

Verkalkte Welt: Die Witzwitz-Anzeige im Spätwerk von Woody Allen

Peer Schmitt
Ehrlich gesagt sind die Filme von Woody Allen in den letzten zehn Jahren fast alle ziemlich unerträglicher Müll. Mit dem neuesten – »To Rome with Love« – verhält es sich nicht anders. Dabei hatte Woody Allen Mitte bis Ende der 1990er, ungefähr zwischen »Mighty Aphrodite« (1995) und »Crooks« (2000), schon einmal einen zweiten Frühling mit haufenweise ganz guten Filmen erlebt, die besten nach meinem Geschmack: »Everybody says I love you« (1996), »Deconstructing Harry« (1997), »Celebrity« (1998). Jetzt ist davon nicht viel mehr geblieben als das Aufkochen einer Menge alter Witze, gewürzt mit nicht wenigen nicht gerade appetitlichen Altherrenphantasien.

Relevanz vortäuschen

In einem Woody-Allen-Film sieht man vor allem: Das Vortäuschen einer (hoch)kulturellen Relevanz, die in Wahrheit ein furchterregendes kulturelles Totalphlegma kaum noch verbirgt. Eng damit verwandt: die Erschöpftheit und Harmlosigkeit einer bestimmten Form der Ironie. Und schli...

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