01.09.2012 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Der unsichtbare Fotograf

Arbeiterfotografie erinnert in Ausstellung und Zeitschrift an Walter Ballhause (1911–1991)

Anneliese Fikentscher
»Es geht um das Überleben der Menschen auf der Erde überhaupt. Darum: Nichts verwischen, aber alles Trennende beiseite schieben und alles Gemeinsame in den Vordergrund rücken. Das wünsche ich.« Das sagte Walter Ballhause, als er 1982 zum ersten Ehrenmitglied des Bundesverbands Arbeiterfotografie berufen wurde. Als Amateur und 20jähriger Arbeitsloser fotografierte er in der Zeit des aufziehenden Faschismus sein Lebensumfeld. In seinen klar strukturierten Bildern wird spürbar, wie deutlich er die Zeichen der Zeit erkannt hat. Sein fotografisches Werk hat einen unschätzbaren Wert, hilft es uns doch, in der heutigen (Vor-)Kriegszeit zu erkennen, worauf es ankommt – was es anzuklagen und zu bekämpfen gilt.

Walter Ballhause wollte, ja mußte als Fotograf »unsichtbar« bleiben, denn er machte Aufnahmen in einer aufgeheizten Zeit der Aggression zum Ende der Weimarer Republik. Eine Entdeckung hätte ihn als Person gefährden können, aber er sah sich...

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