30.08.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Zwist unter Verbündeten

Der deutsche Repräsentant in der EZB, Asmussen, tritt für Anleihenkäufe durch die Zentralbank ein. Damit stellt er sich gegen Merkel. Die sieht ihre Exportinteressen gefährdet

Mirko Knoche
Schwimmen dem vorgeblichen Zahlmeister Deutschland die Felle davon? Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat laut Vorabmeldung in der heutige erscheinenden Ausgabe der Zeit die Stützungskäufe von südeuropäischen Schuldenpapieren gegen teutonische Kritik verteidigt. Der Anlaß: Letzte Woche war ein Streit zwischen Bundesbankboß Jens Weidmann und dem deutschen EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen ausgebrochen. Bei deren Zwist geht es um die Frage, ob der Kauf von Staatsanleihen durch die Notenbank der Euro-Stabilität nutzt oder schadet. Weidmann warnt weiter vor dem Stützungsprogramm, Asmussen dagegen schlägt sich auf die Seite seines Chefs Draghi und unterstützt die Mehrheit im EZB-Rat. Weidmann behauptet nun in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel, der Aufkauf von Staatsanleihen würde die Südeuropäer »süchtig machen wie eine Droge«. Asmussen konterte am Montag in der Hamburger Regionalverwaltung der Bundesbank: »Die Märkte preisen ein Ause...

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