28.08.2012 / Feuilleton / Seite 13

Für den aufsässigen Geist

Die Erde ist da für dich und mich: Wenzel würdigt Woody Guthries Hundertsten

Gerd Schumann
Vor gut zehn Jahren trieb sich Hans-Eckardt Wenzel in New York herum. Spurensuche. Es hieß, in der Mermaid Avenue auf Coney Island hätte Woody Guthrie in den 1940ern seine vielleicht produktivste Phase als Poet, Erzähler, Dichter gehabt. Doch waren die meisten Texte des, ja, Folksängers ohne Musiken geblieben. Noten kannte er nicht, Tonaufnahmen gab es nur wenige.

Billy Bragg, dem hemdsärmeligen Engländer und elektrifizierten Liedermacher, war es zunächst vorbehalten, sich um diesen wertvollen Stoff zu kümmern. Nora, Guthries Tochter, hatte ihn gefragt, wie sie später Wenzel fragte. Wilco, die formidablen Leute von der Countryside, stieg ein. Die Mermaid-Avenue-Sessions entstanden, zwei inzwischen legendäre Platten, »California Stars« wird immer noch im Radio gedudelt. Ohrwurm, später Ruhm für Woody, den 1967 verstorbenen Polit-Hobo.

Aber Woody in eine andere Sprache hinüberzugedichten – geht das überhaupt? Wenzel stöberte,...

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