25.08.2012 / Abgeschrieben / Seite 8

Damals und heute

Erklärung von Egon Krenz, Nachfolger Erich Honeckers als SED-Vorsitzender und Staatsratsvorsitzender der DDR im Herbst 1989:

Aus Anlaß seines 100. Geburtstages überbieten sich einige Politiker und Historiker mit Negativurteilen über Erich Honecker. Das war erheblich anders zu seinen Lebzeiten, als die Bundesrepublik die DDR noch als ernsthaften Faktor der deutschen und internationalen Politik ins Kalkül zu ziehen hatte. In den siebziger und achtziger Jahren standen bundesdeutsche Politiker Schlange, um einen Besuchstermin bei Honecker zu bekommen.

Ein Foto mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden galt im bundesdeutschen Wahlkampf als Trumpfkarte. CDU, SPD und FDP wetteiferten um den besten Kontakt zu Honecker. Altbundeskanzler Schmidt sah ihn weniger als »Funktionär Moskauer Prägung. Je älter er wurde, desto deutscher wurde sein Empfinden.« Sein Amtsnachfolger Kohl nannte Honecker 1985 einen »Partner, auf den Verlaß ist.« Das war auch die Me...

Artikel-Länge: 3223 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe