25.08.2012 / Ausland / Seite 6

»J-Roc« starb zu früh

US-Verfassungsgericht erklärte Gesetz für verfassungswidrig, das lebenslange Haft für Jugendliche ohne Chance auf Bewährung vorsieht – zu spät für John Carter

Mumia Abu-Jamal
Vor Monaten kam ein Film in die Kinos, ein Science-Fiction-Streifen über einen Superhelden von der Erde, der auf einem düsteren Planeten irgendwo im Kosmos gegen Außerirdische kämpft. Als SF-Anhänger interessierte mich diese Geschichte, aber ich hatte nie zuvor etwas über die Titelfigur »John Carter« gehört. Später erfuhr ich, daß der Film auf eine nicht besonders bekannte Romanreihe des Autors Edgar Rice Burroughs zurückgeht, der auch die »Tarzan«-Bücher verfaßt hat.

Während der Film noch dabei war, sein Publikum zu suchen, rang ein anderer John Carter verzweifelt nach Luft, als Gefängniswärter seine Zelle mit Pfefferspray vollpumpten. Dieser wirklich existierende John Carter hat nach seiner Verurteilung wegen Mordes sein halbes Leben in Gefängniszellen des US-Bundesstaates Pennsylvania verbracht, die letzten elf Jahre davon in Isolationshaft. Die Gerichte hatten ihn als Erwachsenen eingestuft, obwohl er zum Zeitpunkt der Tat noch ein Jugendlicher war.

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