23.08.2012 / Ansichten / Seite 8

Canossagang

Samaras bittet um Zeitaufschub

Werner Pirker
Die Reise des griechischen Premiers Antonis Samaras nach Brüssel und Berlin gestaltet sich als ein Gang nach Canossa. Denn er kommt als Bittsteller zu den Gesprächen mit dem Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und Bundeskanzlerin Merkel. »Alles, was wir wollen, ist ein wenig mehr Luft zum Atmen«, vertraute er ausgerechnet der die Medienkampagne gegen Griechenland anführenden Bild an. Gemeint ist, daß Athen ein wenig mehr Zeit für die Durchführung der ihm von Brüssel aufgezwungenen »Reformen« herauszuschlagen hofft. Zeit, um, wie Samaras sagte, »die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen«. Ein verständlicher Wunsch, der aber, zumindest in Berlin, kaum Gehör finden dürfte. Noch bevor der griechische Premier in Berlin ankam, ist sein Ansuchen bereits heftig abgelehnt worden. Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Rainer Brüderle, will den Zeitplan für die Durchführung des fremdbestimmten Sparprogramms für Griechenland exakt eingehalten wissen. »Europa u...

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