22.08.2012 / Titel / Seite 1

Zündeln am Pulverfaß

André Scheer
Friedensnobelpreisträger Barack Obama geht mit der Drohung einer offenen Militärintervention in Syrien in die heiße Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfes. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, bei der Obama am Montag (Ortszeit) unangekündigt auftauchte, warnte er »das Assad-Regime, aber auch andere Parteien« in Syrien, daß eine »rote Linie« überschritten sei, »wenn wir sehen, daß ein ganzes Bündel chemischer Waffen transportiert oder eingesetzt wird«. Bislang habe er keinen militärischen Einsatz angeordnet, »aber das würde meine Einschätzung ändern«. Als Obamas Echo gerierte sich am Dienstag Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Ein Chemiewaffeneinsatz durch Damaskus wäre »eine verheerende Grenzüberschreitung«, erklärte er in Berlin: »Ich fordere alle Kräfte in Syrien und insbesondere das Assad-Regime auf, hier nicht mit dem Feuer zu spielen.« Souveräner zeigte man sich in Rußland. Dort vermutet man, daß Obamas Drohungen vor allem dazu dienen sollen, den oppositionelle...

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