22.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Auf dem Mond singen

Laetitia Sadier wettert gegen die Klassengesellschaft – unter leichtem Bossa-Nova-Einfluß

Michael Saager
Als der Liebe Gott die Gesangsstimmen verteilte, wurde Laetitia Sadier reich bedacht. Mit mal sternenklarer, mal leicht verträumter, jedoch stets sonorer Nonchalance singt das Gründungsmitglied der tollen britischen Elektronik-Post-Rock-Band Stereolab seit nunmehr 20 Jahren jazzgewogene oder dem Krautrock zugeneigte, jedenfalls für Popverhältnisse relativ komplizierte Melodien. Sie tut das mit erstaunlicher Leichtigkeit. Und mit einer heiter-zärtlichen Melancholie, die im Grunde nicht von dieser Welt sein kann.

Diese bemerkenswerte, 1968 in Frankreich geborene Frau, die an analogen elektronischen Vintage-Gerätschaften oder an der E-Gitarre beinahe eine so gute Figur macht wie hinterm Mikrofon, hat jüngst ihr zweites Soloalbum eingespielt. »Silencio« heißt es, und man darf sagen, bezaubernder klang an Marx orientierte Kapitalismuskritik selten. Ach ja, könnte man einwenden, da folgt sie doch nur dem Zeitgeist der Kritik: Wenn derzeit etwas hoc...

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