22.08.2012 / Feuilleton / Seite 13

Niemals jemand töten

Zum 100. Geburtstag von Bastian Müller und dem Neudruck von »Hinter Gottes Rücken«

Helmut von Bothmer
Auch der Schriftsteller Bastian Müller war überzeugt, daß nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges »der Sozialismus siegen wird«. Doch schon bald sah er sich enttäuscht. Zunächst wollte die Mehrheit der Deutschen keine Waffe mehr in die Hand nehmen, aber spätestens seit 1950 bereiteten führende westdeutsche Kreise in Politik, Wirtschaft und Militär die Wiederbewaffnung vor.

Bastian Müller gehört zu den deutschen Autoren, die sich in den ersten Jahren nach 1945 an der heute weitgehend vergessenen Debatte um die Schuldfrage und den daraus zu ziehenden Konsequenzen beteiligte. 1947 erschien sein Roman »Hinter Gottes Rücken«, der im August 1949 seine vierte Auflage erreichte – bis dahin der bedeutendste deutsche Nachkriegsroman. In einer Zeit der Papierknappheit und der darniederliegenden Wirtschaft geradezu ein Wunder. Das Buch, das jetzt vom Donat Verlag wiederaufgelegt wurde, erzählt, wie Wilhelm, die Hauptfigur, zu Beginn des Zweiten Krieg...

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