21.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Ich bin so böse!

Horrorkomödie mit einem dieser Amokläufer und Tilda Swinton: »We need to talk about Kevin«

Peer Schmitt
Tilda Swinton wird im Film »We need to talk about Kevin« häufig mit Rot bekleckert. Rot wie Tomatensaft, Himbeermarmelade oder eben Blut, das aus Wunden fließt. Den Rahmen kennt man aus dem Horrorgenre: die wohlmeinende Mittelklasse als Wiege der Brut des Satans. Das Kind, bei dem von Anfang an etwas nicht stimmt, obwohl der Kinderarzt versichert, es sei alles in Ordnung. Tilda Swinton, die Mutter, spürt komischerweise schon während ihrer Schwangerschaft, als hätte sie »Rosemary’s Baby« im Bauch, daß ihr Sohn Kevin ein gefährlich intelligenter Soziopath und schließlich einer dieser Amokläufer ohne Motiv werden wird.

Der Film arbeitet mit Parallelmontagen. Es gibt die Gegenwart – in der Tilda Swinton, sozial geächtet, in einem Reisebüro arbeitet –, in Rot getauchte Traumsequenzen sowie Szenen aus Kevins Familienleben vom Baby bis zum Teenager. Die Übergänge zwischen den Zeitebenen werden von symbolischen Übereinstimmungen und/oder ausges...

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