21.08.2012 / Inland / Seite 5

Kriegscamp unerwünscht

Bündnis »War starts here« stellt sein für September geplantes antimilitaristisches Zeltlager vor. Kommune verweigert Militärgegnern geeigneten Platz

Susan Bonath
Eine Freifahrt mit der U-Bahn nach Schnöggersburg? »Das wird ein Bombenerlebnis«, versprach Torsten Grabbert vom Bündnis »War starts here« (Der Krieg beginnt hier), als er Ende vergangener Woche einen »Gratiskartenautomaten« in Haldensleben bei Magdeburg unter Beobachtung von Polizei, Ordnungsamt und Kriminalbeamten »freigab«. Und erntete ungläubige Blicke aus der Bevölkerung: Sachsen-Anhalt hat nämlich keine U-Bahn. »Bis jetzt«, erklärte Grabbert, »denn in Schnöggersburg geht man voran.« Gefahren wird auf den Gleisen im Untergrund allerdings nichts: Die Stadt mit Nobel- und Elendsvierteln, Bankentürmen, Gewerbegebiet, Krankenhaus und U-Bahntunnel, die ab 2013 im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide gebaut werden soll, ist allein für Kriegsübungen bestimmt. Für das Bündnis ist es »ein Skandal, daß 100 Millionen Euro ausgegeben werden, damit Soldaten Angriffe auf urbane Zentren proben können, während Kommunen das Geld für soziale Belange fehlt«. Deshalb ...

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