21.08.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Erinnerung an Pogrom

Im August 1992 griffen Neonazis in Rostock-Lichtenhagen Flüchtlinge an: Polizei sah weg, Anwohner applaudierten, Bundestag schaffte Asylrecht ab

Markus Bernhardt
Mit einer Großdemonstra­tion wollen antirassistische Gruppen, Gewerkschaften und Die Linke am Wochenende in Rostock an den Jahrestag der gegen Migranten gerichteten Pogrome vor 20 Jahren erinnern. Im August 1992 hatte ein von der etablierten Politik aufgestachelter rassistischer Mob – von der anwesenden Polizei nahezu vollkommen ungestört – die Aufnahmestelle für Asylbewerber sowie ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter angegriffen. Über Tage hinweg gelang es mehreren hundert Nazis außerdem, unter Beifallsbekundungen der Bevölkerung mit Flaschen und Steinen Flüchtlinge zu attackieren und sogar Brandsätze auf das »Sonnenblumenhaus« in Rostock-Lichtenhagen zu werfen, in dem sich damals noch etwa 100 Migranten aufhielten. Statt die Flüchtlinge vor dem braunen Mob zu schützen, zogen sich die damals eingesetzten Polizeieinheiten zurück. Es waren einzig autonome Antifagruppen aus den Reihen der mittlerweile aufgelösten »Antifaschistischen Aktion/Bundesweite ...

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