18.08.2012 / Ausland / Seite 6

Die Stunde der Wölfe

Zu den Hintergründen des Massakers in einem Sikh-Tempel im US-Staat Wisconsin

Mumia Abu-Jamal
Ein bewaffneter Mann dringt in ein Gebäude ein, in dem sich Menschen mit dunkler Hautfarbe aufhalten. Er richtet ein Blutbad an. Stunden später hören wir, daß der Attentäter, dessen Ziel ein Tempel der Glaubensgemeinschaft der Sikh in Oak Creek, Wisconsin, war, nicht nur ein Veteran der US-Armee, sondern auch Mitglied rechter Rassistengruppen ist. Erst Tage später erfahren wir, daß Wade Michael Page sich selbst getötet hat, um seiner Verhaftung und einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Aber wir erfahren noch mehr: Der Täter hatte während seines Militärdienstes Ende der 1990er Jahre in seinem Armeeposten eine Naziflagge gehißt. Es ist anzunehmen, daß seine Vorgesetzten entweder mit dem einverstanden waren, was Wade mit dieser Fahne zum Ausdruck bringen wollte, oder sie haben einfach beide Augen zugedrückt. Aber die Geschichte geht noch weiter. Pressemeldungen nach dem Massaker vom 5. August belegen, daß der Attentäter nicht nur ein einfacher Soldat der US-Armee war, sondern seinen Dienst...

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