18.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Mokant und markant

Kurz bevor ich meinen ersten Lothar-Lambert-Film sah, saß ich in dem Minicafe des Berliner Kinos Brotfabrik, direkt an einer Hauptverkehrsstraße gelegen, und hörte, wie am Nebentisch einer auf jemand einredete. Mokant und markant. Auf wienerisch und extrem eloquent-philosophisch-durchglüht. Später erkannte ich die Stimme wieder, sie sprach hinter der Theke des »Negativeland«, der einzigen Stelle in Ostberlin, wo man sich gute Filme ausleihen kann. Die Stimme sagte, was dringend geguckt werden muß und was besser niemals produziert worden wäre. Sie gehörte dem Videothekar Carl Andersen.

Den Namen erfuhr ich aber erst in einem Lothar-Lambert-Film, denn dort gab es auch den Schauspieler Carl Andersen, der so wirkte wie in echt oder sagen wir in fast echt. Oder wie er einmal in dieser Zeitung schrieb: »Vor der Kamera soll ich wieder einmal fies sein und bin’s diesmal auch dahinter (…) Doch da ich mich z...

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