18.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Wenn Schiffe denken

Hinreizend: Bonaparte mit neuem Album

Christof Meueler
Ja, ja, »anti-anti«. 1,5 Millionen Clicks auf Youtube. Der Hit auf »Too Much«, der ersten Platte von Bonaparte, die 2008 rauskam. »Too Much« wäre eigentlich auch ein guter Titel für alles, was danach kam und kommt (Clickzahl: unter 500000). Es ist aber auch ein guter Witz, das neue, dritte, am Freitag erschienene Album »Sorry, we’re open« zu nennen. Bonaparte-Sänger und Nervositätskaiser Tobias Jundt, von Beruf Bandgenie und Pop-Schlingensief, will diesen in ganz Berlin plakatierten Titel als total sensibel, open minded und schwer kommunikativ begriffen wissen. Es ist ja die berühmte dritte Platte, die man in einer früheren Zeit, als man noch gesamtkunsthandwerklich in ganzen Alben und nicht in einzelnen Youtube-Clicks rechnete, als besonders schwierig einschätzte. Damals dachte man, die dritte Platte würde anzeigen, wohin nun die weitere Reise in der Kulturindustrie gehen sollte. Und natürlich war die dritte Platte meistens schlecht, Ende Gelände in Phantasie, Potential und Ori...

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