17.08.2012 / Thema / Seite 10

Die Betrugsmaschine

Analyse. Ein exklusiver Club von Finanzinstituten hat den internationalen Referenzzins Libor manipuliert. Hedgefonds, Banken und Händler schufen sich so lukrative Spekulationsmöglichkeiten

Werner Rügemer
Bob Diamond, Vorstandschef der britischen Bank Barclays, gestand Anfang Juli 2012 öffentlich ein: Sein Haus hat den internationalen Referenzzins für Kredite zwischen Banken jahrelang manipuliert, um hohe Gewinne zu machen. Das sei vom Vorstand so angewiesen worden. Die britische Finanzaufsicht Financial Services Authority (FSA) hatte aufgrund von internationalem Druck einschlägige Erkenntnisse bekannt gegeben. Um weitere öffentliche Auseinandersetzungen und Gerichtsverfahren zu vermeiden, stimmte Barclays einer Rekordstrafe zu und zahlte umgehend insgesamt 450 Millionen US-Dollar an die FSA, an das US-Justizministerium und an die US-Commodity and Futures Trading Commission (CFTC, Kommission für Rohstoff- und Derivatenhandel). Diamond, der von 2005 bis 2009 die für die Libor-Meldungen zuständige Investmentabteilung von Barclays geleitet hatte, und zwei weitere Topmanager traten zurück. Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Marcus Agius, trat sofort zurüc...

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