16.08.2012 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Tiergärtnerisches Porzellan

Irrtümer über Seepferdchen

Gisela Sonnenburg

Seepferdchen müssen oft für Vorstellungen von emanzipierter Partnerschaft herhalten. Das ist heilloser Kitsch. Zwar pflanzen sie sich auf ungewöhnliche Weise fort, ein Matriarchat oder gleichberechtigte Intimbeziehungen kann man diesen »Pferdchen«, die eigentlich Fische sind, aber nicht andichten. Außer Frage steht dagegen ihr Hang zum Kannibalismus. Nur paßt der nicht zur üblichen Verniedlichung des Hippocampus, das vielerorts vom Aussterben bedroht ist. Jährlich werden rund 24 Millionen Exemplare von Menschen gejagt und als angebliches Heilmittel verkauft. Viele Unterarten gelten als gefährdet. Europas Aquarien kooperieren bei den Nachzuchten. Führend ist das in Berlin, das dem Zoologischen Garten angegliedert ist. Hier kümmert sich Diplombiologe Benjamin Ibler um die Spezies: »Die Vorstellung, daß Seepferdchen monogam sind, ist menschliches Wunschdenken«, sagt er. Allerdings leben sie zu zweit in kleinteiligen Habitaten, also Gebieten unter Wasser, die...

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