15.08.2012 / Inland / Seite 2

»Die Politik hält sich raus«

Über Rechtsbruch deutscher Discounter, Filialschließungen bei Netto und eine erfolgreiche Kampagne von ver.di. Ein Gespräch mit Katharina Wesenick

Johannes Schulten
Katharina Wesenick betreut als ver.di-Gewerkschaftssekretärin u.a. die Netto-Beschäftigten in Göttingen Die Edeka-Tochter Netto hat in Göttingen überraschend vier von sieben Filialen geschlossen. ­Ver.di behauptet, um gewerkschaftliche Organisationserfolge zu unterbinden. Die Schließungen wurden inzwischen gestoppt. Ist jetzt alles in Ordnung? Jein. Uns ist es mit der Kampagne »www.neulich-bei-netto.de« gelungen, die Geschäftsaufgaben zu stoppen. Auch haben wir es geschafft, dem Netto-Management in einem Gespräch die Zusage abzuringen, zunächst einmal niemanden zu entlassen. Das ist wichtig, weil durch die überfallartigen Schließungen 60 Beschäftigte »übrig« sind. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, daß sich Netto auch weiterhin nicht an die Arbeitsgesetze hält. Noch immer werden Auszubildende und unbezahlte Praktikanten bei der Arbeitsplanung als volle Kräfte eingesetzt. Das ist rechtswidrig. Diese Kollegen vernichten so ungewollt Arbeitsplätze. Die restlichen Mitarbeiter ...

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