15.08.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

BRD im Exportwahn

Deutscher Leistungsbilanzüberschuß von 210 Milliarden US-Dollar für 2012 prognostiziert. Besonders Ausfuhren in Nicht-EU-Staaten nehmen zu. Kritik an Ungleichgewicht

Tomasz Konicz
Deutschlands Exportindustrie verstärkt mit zunehmender Krisenintensität ihre globale Expansionsstrategie. Den Titel des Exportweltmeisters hat die »Deutschland AG« zwar 2009 an die Volksrepublik China verloren. Nun dürfen sich die Lohnabhängigen zwischen Flensburg und München aber darüber freuen, für den Exportüberschußweltmeister zu ackern. Laut Berechnungen des Münchener Ifo Instituts für die Financial Times Deutschland (FTD) soll der deutsche Überschuß in der Leistungsbilanz in diesem Jahr auf 210 Milliarden US-Dollar ansteigen. Damit wären wieder die Ungleichheiten erreicht, die kurz vor Krisenausbruch im Jahr 2008 den deutschen Außenhandel prägten.

Die Leistungsbilanz umfasst neben Warenhandel auch den Umsatz mit Dienstleistungen und die Geldüberweisungen. Neuste Zahlen der Bundesbank, laut denen der Überschuß im ersten Halbjahr 2012 um 16 Prozent auf 77 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum anstieg, bestätigen den Trend. Chinas Exportindu...

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