14.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Potential trotz Qualität

Wer hat an der Uhr gedreht? Abschlußbericht vom Filmfestival Locarno

Jochen Zimmer
Mit der Verleihung der Preise endete am Wochenende das Filmfestival in Locarno. Es gab keine Überraschungen. Zum Glück. Im Rest der Welt mögen 3D-Projektoren installiert werden, der Tessiner Festivalchef Olivier Père drehte mal wieder die Zeit zurück und präsentierte unabhängiges, neoexpressionistisches Kino. Beispielhaft war das Debüt von Niccolò Castellik, dem letzten Schüler Ermano Olis in Bologna. Im neorealistisch-dokumentarischen Stil des Altmeisters reißt Castellik in »Tutti Giù« (»Alle runter!«) vier Biographien an. Eishockey-Ultras, Sprayer, Skater und eine von ihrer Familie vermarktete Profiskiläuferin verlieren beim Erwachsenwerden Freunde, Träume und Loyalitäten. Der Film führt sie nicht vor, sondern bleibt auf ihrer Seite.

Der harte Fanclub aus Cineasten, jungen Filmemachern und Kritikern bekam 2012 wieder ein Programm geboten, das nahtlos an die Preisvergaben für Godard, Ken Loach oder Michel Piccoli anknüpfte. Letzterer war die...

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