14.08.2012 / Feuilleton / Seite 13

Der Aufschreiber

Nachrichten aus unserem Leben: Erwin Strittmatter zum Hundersten

Günther Drommer
Bevor ich in Strittmatters Tagebüchern aus den Jahren 1954–1973, die nun unter dem Titel »Nachrichten aus meinem Leben« erschienen sind, zu lesen begann, hatte ich vorsorglich eine ausgelesene Zeitungsseite mit den Meldungen vom Vortag zu kleinen Lesezeichen zerschnitten. Nach einiger Zeit bemerkte ich, daß ich im Begriff war, zwischen beinahe alle Buchseiten einen solchen Schnipsel einzulegen. Überall fand ich mindestens einen des Merkens oder Zitierens werten Satz oder Abschnitt. Wenn aber diese Zettelchen überall waren, brauchten sie auch nirgendwo zu sein. Ich gebe zu, mein Leseantrieb bestand zunächst auch ein wenig darin, auf »Stellen« zu achten, die mir über Strittmatters Haltung im Krieg zusätzliche Auskunft geben würden, vielleicht stand doch irgendwo etwas über eine bisher immer wieder behauptete, bisher jedoch nicht bewiesene Meldung zur SS, vielleicht hatte der Tagebuchschreiber in Slowenien und Griechenland doch persönlich auf wehrlose Menschen geschossen und maßlo...

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