13.08.2012 / Thema / Seite 10

Münchhausens Erben

Hintergrund. Lügen, Erfindungen, Verleumdungen: In Berlin-Hohenschönhausen und ­anderen zu »Gedenkstätten« umfunktionierten ehemaligen U-Haftanstalten des MfS bedient man sich zur Diskreditierung der DDR aller verfügbaren Mittel

Herbert Kierstein und Gotthold Schramm
Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen erlangte durch sein Erzähltalent weltweite Berühmtheit und die Bezeichnung Lügenbaron. Über 100 phantasievolle Geschichten stammen aus seiner Feder oder werden ihm zugeordnet, darunter der legendäre Ritt auf der Kanonenkugel über einer belagerten Stadt oder sein Ziehen am eigenen Schopf, um sich und sein Pferd aus einem Sumpf zu retten. 700 Buchausgaben in 30 Sprachen, Theaterstücke und Filme sind Zeugnisse des Weltruhms des Lügenbarons. Diese angeblich auf eigenen Erlebnissen und denen anderer Personen beruhenden Geschichten haben eines gemeinsam: Sie sind von Anfang bis Ende erlogen und führen physische und biologische Voraussetzungen ad absurdum.

Ähnlich verhält es sich auch in der gegenwärtigen Aufarbeitungsindustrie zur DDR-Geschichte, insbesondere in den Darstellungen der Meinungsmacher über die Untersuchungshaftanstalten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Erfundenes gehört hier zum festen Reperto...

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