11.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Komm in meine Turnhalle

Das Bundesjugendballett tanzt fast überall – auch im Konzerthaus in Berlin

Gisela Sonnenburg
Ballett ist eine Sucht: Je schöner, anmutiger, virtuoser, desto höher ist das Risiko, abhängig zu werden. Ballett ist wie Sex: Es gibt keinen Orgasmus zuviel. Dennoch gilt die klassische Kunst, für die Guckkasten-Bühne gemacht, oft als überholt. Aber wie könnte Ballett in Zukunft aussehen, wenn Opernhäuser und Theater aus Kostengründen abgewickelt sind? – »Wie wir!« scheinen die acht jungen Menschen vom Bundesjugendballett (BJB) zu rufen. Das Projekt existiert erst ein knappes Jahr (siehe jW vom 12.9.2011), sammelte aber bundesweit Erfahrungen. Kultur als Zwitter aus Kommunikation und Nischenkunst: Normale Bühnenorte sind beim BJB die Ausnahme. Meist schwingt es die eleganten, zwanzigjährigen Beine zielgruppengerecht: in Hotels, Clubs, Vereinshäusern, Stadt-, Turn- und sogar Markthallen. Man kann es buchen wie ein Catering.

Am Donnerstag trat es beim Festival »Young Euro Classic« im Konzerthaus in Berlin auf. John Neumeier ist Erfinder ...

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