11.08.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Chronik eines Pogroms

– Bereits im Sommer 1991 bezeichnet ein Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen die Zustände in der Zentralen Aufnahmestelle (ZASt) Rostock als »nicht haltbar«. Der SPD-Innensenator der Hansestadt verweigert aber zusätzliche Toiletten und Wohnraum. Die Flüchtlinge wurden immer wieder von deutschen Jugendlichen bedroht. – Ab Februar 1992 werden auf den Leserbriefseiten der Lokalpresse die rumänischen Flüchtlinge wiederholt als Kriminelle stigmatisiert und Verteilungsängste wachgerufen. – Ab Juni mobilisieren Neonazis in der Stadt, darunter die »Hamburger Liste für Ausländerstopp«. Die DVU führt eine Veranstaltung in der Rostocker Innenstadt durch, 23 linke Gegendemonstranten werden festgenommen. – Im August häufen sich die Übergriffe auf Flüchtlinge. Die Lokalpresse gibt anonymen Aufrufern eine Plattform: »In der Nacht vom Samstag zum Sonntag räumen wir in Lichtenhagen auf. Das w...

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