10.08.2012 / Thema / Seite 10

Ästhetik der Banalisierung

Kultur. Anmerkungen zur Documenta 13 in Kassel

Werner Seppmann
Eigentlich wollte ich mich mit der diesjährigen Documenta nicht mehr beschäftigten. Nach zwei Jahrzehnten kritischer Begleitung war ich davon überzeugt, daß diese Megaschau des herrschenden Kunstbetriebs ihren Weg der Präsentation ästhetisierender Belanglosigkeiten weiter beschreiten wird. Auch die vorangegangenen Biennalen in Venedig und Berlin hatten sich im Rahmen dieses langfristigen Trends bewegt. Da mittlerweile auf den großen Kunstevents immer die gleiche Handelsware gezeigt wird, ein Ausstellungsgut dominiert, das sich formal und inhaltlich im Kreis bewegt, war es nicht zu erwarten, daß es auf der »d13« anders sein würde.

Es war in den letzten Jahren bei der Beschäftigung mit dem herrschenden Kunstbetrieb eine prägende Erfahrung, daß immer seltener ernsthafte und herausfordernde Fragen der Werkinterpretation und ästhetischen Wirklichkeitsaneignung eine Rolle spielten: Da vordergründige und effektheischende Vorgehensweisen dominierten,...

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