10.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Untenrum klebrig

Kleine Radiovorschau

Rafik Will
Bekanntlich leitet sich »Kunst« nur selten von »Können« ab. In Thomas Bernhards Roman »Holzfällen (Der Auftritt des Burgschauspielers)« hat der Begriff eher etwas mit Kunsthonig zu tun. Zähflüssig ist auch die Atmosphäre beim Essen mit den Auersbergers. In deren unsympathischer Gesellschaft wartet der schriftstellernde Erzähler auf einen ebenso abstoßenden wie berühmten Burgschauspieler. Dabei dreht sich alles um das Leben als Theater. Der Roman löste bei Erscheinen 1984 einen kleinen Skandal aus, weil sich ein früherer Freund von Bernhard in einer Romanfigur wiederzuerkennen glaubte und per einstweiliger Verfügung das Buch aus dem Handel entfernen ließ. 2004 machte Ulrich Gerhardt aus dem Roman ein Hörspiel mit zehn jungen Schauspielern (Sa., 14 Uhr, Ö1).

Nicht weniger gekünstelt geht es bei den Maskes zu, einer bürgerlichen Familie mit einem sprechenden Namen, über die Carl Sternheim drei Stücke schrieb. Das erste, »Die Hose« (1910), zielt unter andere...

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