08.08.2012 / Ansichten / Seite 8

Autoritäre Zumutung

Demokratiebekenntnisse erwünscht

Werner Pirker
Der Fall der Olympia-Ruderin Nadja Drygalla ist für sich genommen schon ein Skandal. Dieser ergibt sich allerdings nicht aus der politischen Einstellung der Sportlerin, über die, sofern sie überhaupt eine hat, nur spekuliert werden kann, sondern aus der Skandalisierung ihrer privaten Beziehung zu einem NPD-Aktivisten. In einem zivilisierten Rechtssystem sollte Sippenhaftung ausgeschlossen sein. Und da keine Beweise für ein verfassungswidriges Verhalten der glücklosen Olympiateilnehmerin vorliegen, dürfte es den »Fall Drygalla« eigentlich gar nicht geben. Im Zusammenhang damit wurden nun Pläne des Innenministeriums bekannt, Fördergelder für Spitzensportler und ihre Verbände von deren politischer, pardon: demokratischer Einstellung abhängig zu machen. Zwar könnte man meinen, daß in einer Demokratie das geforderte Bekenntnis zur Demokratie eine Selbstverständlichkeit und keine Zumutung sei. Doch wie demokratisch ist eine ideologisch durchreglementierte, auf Bekenntniszwängen aufgebaute ...

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