08.08.2012 / Inland / Seite 4

Betriebsrat unerwünscht

Leipziger Callcenter schickt Mitarbeitern, die die Wahl einer Arbeitnehmervertretung vorbereiteten, die fristlose Kündigung

Susan Bonath
Auf ihrer Internetseite lobt die TAS AG ihre »zwanzigjährige Erfolgsgeschichte«. Das Unternehmen betreibt Callcenter in Leipzig, Frankfurt am Main, Berlin, München, Hamburg sowie Köln und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 9,2 Millionen Euro. Einen Betriebsrat allerdings gibt es bei der Firma, die allein in Leipzig etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt, bis heute nicht. Nach dem Willen der Unternehmensführung soll das auch so bleiben. Drei Mitarbeiter, die zur Gründung einer Beschäftigtenvertretung aufriefen, wurden kurzerhand fristlos entlassen, wie die Gewerkschaft ver.di Ende vergangener Woche mitteilte. Demnach hatten die Betroffenen für den 13. August zu einer Versammlung eingeladen, bei der ein Wahlvorstand gebildet werden sollte. Gründe, einen Betriebsrat zu wählen, gibt es genügend: Schon allein wegen der Betriebsgröße und der niedrigen Löhne, meint Christel Tempel von ver.di. Ihres Wissens nach zahle das Unternehmen fixe Stundenlöhne zwischen sechs und sieben Euro &nd...

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