06.08.2012 / Inland / Seite 4

Kehrseite der Finanzmärkte

»Occupy-Camp« in Frankfurt am Main bietet Roma-Flüchtlingen aus Osteuropa Unterschlupf. Stadtverwaltung wird Versagen vorgeworfen

Gitta Düperthal
Die 20jährige Arabella sitzt im Frankfurter Occupy-Camp vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main vor ihrem Zelt und blinzelt in die Sonne. In wenigen Tagen wird sie ihr Baby bekommen. Neben ihr stillt ihre Freundin ihr drei Wochen altes Kind. Die jungen Frauen lachen und plaudern. Was auf den ersten Blick wie ein entspannter Campingurlaub wirkt, ist alles andere: Die beiden Roma haben es für einen Moment geschafft, ihre Sorgen zu vergessen. Vor einigen Monaten sind sie aus Rumänien in die deutsche Finanzmetropole gekommen, um hier eine Zukunftsperspektive zu finden. In Rumänien hätten sie keine Chance gehabt, Arbeit oder eine Wohnung zu finden, sagt Arabella, die bereits Deutsch spricht – wenn auch gebrochen. Doch bislang hat auch hierzulande nichts geklappt. Bei Regen und Kälte sei ihr nichts anderes übriggeblieben, als im Zelt zu hocken und auf bessere Zeiten zu hoffen. »Ich sammle Flaschen und gebe sie im Laden ab, das ergibt drei Euro am Tag«, sagt sie. So...

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