06.08.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Von Freunden zu Feinden

Argentinien: Lange waren die großen Gewerkschaften verläßliche Partner der Regierung. Seit einigen Monaten streiken sie gegen Fernández de Kirchner

Fernando Krakowiak, Buenos Aires
»Frau Präsidentin, wenn Sie sich zur Wiederwahl stellen, wie Männern und Frauen, die ihr Leben gaben, wie Perón, Eva und Néstor Kirchner, werden diese in Frieden ruhen. Sie wissen, daß ihre Arbeit fortgesetzt wird.« Zwei Expräsidenten und eine First Lady hatte Gewerkschaftsführer Hugo Moyano bemüht, um Cristina Fernández de Kirchner zu einer zweiten Kandidatur zu bewegen. Das war im August 2011. Ein knappes Jahr später hat sich Moyanos Ton gewandelt. »Mich stört die Art, wie die Dinge von oben herab entschieden werden«, tönte der Vorsitzende des peronistischen Gewerkschaftsverbandes CGT Ende Juni auf einer Massendemonstration im Zentrum von Buenos Aires. Und fügte hinzu: »Als ob es eine Diktatur wäre«.

Sechs Jahre war die CGT mit ihren gut drei Millionen Mitgliedern eine der wichtigsten Stützen der Regierung um Fernández de Kirchner und zuvor die ihres 2010 verstorbenen Ehemanns Néstor Kirchner. Nun ist das Verhältnis zerrüttet. Alle bisherig...

Artikel-Länge: 5061 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe