06.08.2012 / Feuilleton / Seite 13

Vor allem Utopie

Film als soziale Praxis: Zum Tod des Dokumentaristen, Essayisten und Poeten Chris Marker

Grit Lemke
Chris Marker war ein Multimediakünstler, bevor man dieses Wort überhaupt kannte. Der französische Filmemacher und Poet ist an seinem 91. Geburtstag am 29. Juli in Paris gestorben. Schon seit Jahrzehnten war er kaum mehr öffentlich aufgetreten. Er gab fast keine Interviews und verschickte Fotos seiner Katze, wenn ein Porträt gefragt war. Im Mainstream der Kulturindustrie ist sein Name nicht bekannt – und dennoch kann er als eine der wichtigsten Gestalten der (Film)Kunst des vorigen Jahrhunderts gelten, die weit darüber hinaus wirkt.

Diffus ist das auch dem bürgerlichen Feuilleton klar. Nur weiß es nicht so recht, warum. Wohl deshalb wurde in den letzten Tagen endlos kolportiert, daß Marker mit seinem Spielfilm »La Jetée« (»Am Rande des Rollfelds«) von 1964 Filmgeschichte geschrieben, ja das Science-Fiction-Genre entscheidend beeinflußt hätte – lieferte dieses Werk doch erklärtermaßen die Vorlage für Terry Gilliam’s »12 Monkey...

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