04.08.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Das alte Stück wird wiederholt

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise
Wurde dieses Schauspiel nicht vor zwei Jahren schon einmal aufgeführt? Nur mit anderen Darstellern? – So ist es. Jean-Claude Trichet war damals Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Axel Weber war Präsident der Deutschen Bundesbank und wollte, damals noch von Kanzlerin Angela Merkel gefördert, Trichets Nachfolger werden. Trichet setzte durch, daß die EZB Staatsanleihen Portugals, Irlands, Italiens, Spaniens und Griechenlands kaufte. Weber war strikt dagegen. Er sagte das auch öffentlich, was ihm die anderen Zentralbanker in der EZB übelnahmen. Am Schluß wurde er Frau Merkel lästig. Er gab auf und dankte Anfang vorigen Jahres auch als Chef der Bundesbank ab. Man muß sich um ihn nicht sorgen. Inzwischen ist er Aufsichtsratschef der Schweizer Großbank UBS.

Als Mario Draghi im Herbst 2011 Chef der EZB wurde, ließ er zunächst keine Staatsanleihen mehr kaufen. Er erfand statt dessen die »dicke Berta«. Das waren jene Billion (1000 Milliarden) Euro...

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