04.08.2012 / Geschichte / Seite 15

Terror ohne Sühne

10. August 1932: Brutaler Nazimord im oberschlesischen Potempa

Manfred Weißbecker
Im Sommer 1932 trieb es die Nazis in besonderem Maße um: Ermuntert durch ihren Erfolg bei den Reichstagswahlen vom 31. Juli, zugleich aber ernüchtert, keine Mehrheit errungen und keine Aussicht auf eine Kanzlerschaft Hitlers zu haben (siehe jW vom 28./29.7.), bemühten sie sich nachdrücklich um das Erreichen entscheidender Machtpositionen in den neu zu besetzenden Regierungsgeschäften. Sie handelten wie in solchen Situationen üblich: Ihr Terror verstärkte sich, und dies so, daß selbst ihre regierungsamtlichen Gönner sich gezwungen sahen, diesen Zuständen einen Riegel vorzuschieben, wollten sie sich in der Öffentlichkeit nicht allzu sehr als einseitig und antidemokratisch kompromittieren. Das Papen-Kabinett bereitete eine neue Notverordnung »gegen politischen Terror« vor. Diese – beschlossen am 9. August – sah etwas vor, was es bis dahin nicht gegeben hatte: die Todesstrafe für politisch motivierten Totschlag. Daß diese Strafverschärfung unmittelbar nach dem Inkrafttreten d...

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